Werktage
Arbeitstage pro Monat: Grundlage für die Lohnabrechnung
Wie viele Arbeitstage hat ein Monat wirklich? Dieser Ratgeber erklärt die Berechnung von Werktagen, den Einfluss von Feiertagen und warum die genaue Anzahl für Lohnabrechnung und Projektplanung entscheidend ist.
Inhalt
Wer monatlich abrechnet und wissen will, wie viele Stunden oder Tage tatsächlich im Monat gearbeitet werden, muss Arbeitstage korrekt zählen. Das klingt einfacher als es ist: Schon die Lage von Feiertagen auf Wochentage kann den Unterschied zwischen einem arbeitsreichen und einem kurzen Monat ausmachen.
Was sind Arbeitstage?
Arbeitstage sind die Werktage, an denen in Deutschland regulär gearbeitet wird. Im Regelfall sind das Montag bis Freitag. Samstage gelten zwar rechtlich als Werktage (Sonntag und gesetzliche Feiertage sind die einzigen Ausnahmen), in der Praxis und bei der Lohnabrechnung wird jedoch meist die 5-Tage-Woche zugrunde gelegt.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Kalenderwerktagen und Arbeitstagen nach Betriebskalender. Manche Branchen arbeiten sechstägig, andere haben Betriebsferien. Der allgemeine Standard ist Montag bis Freitag ohne gesetzliche Feiertage.
Arbeitstage nach Monat in 2026
Die tatsächliche Anzahl der Arbeitstage schwankt von Monat zu Monat erheblich:
Januar 2026: 22 Arbeitstage (Neujahr auf Donnerstag) Februar 2026: 20 Arbeitstage März 2026: 22 Arbeitstage April 2026: 21 Arbeitstage (Karfreitag und Ostermontag) Mai 2026: 19 Arbeitstage (Tag der Arbeit, Christi Himmelfahrt) Juni 2026: 21 Arbeitstage (Pfingstmontag) Juli 2026: 23 Arbeitstage August 2026: 21 Arbeitstage September 2026: 22 Arbeitstage Oktober 2026: 22 Arbeitstage (Tag der Deutschen Einheit) November 2026: 21 Arbeitstage Dezember 2026: 21 Arbeitstage (Weihnachten)
Diese Zahlen gelten für die bundeseinheitlichen Feiertage. In Bayern, Baden-Württemberg und anderen Bundesländern mit zusätzlichen Feiertagen ist die Zahl der Arbeitstage in manchen Monaten niedriger.
Auswirkungen auf die Lohnabrechnung
Die Anzahl der Arbeitstage ist für verschiedene Abrechnungsszenarien relevant:
Monatslohn bei Vollzeitbeschäftigung: Wer ein festes Monatsgehalt erhält, bekommt dieses unabhängig von der Anzahl der Arbeitstage. 3.000 Euro im Februar und 3.000 Euro im Mai, obwohl im Mai durch Feiertage weniger gearbeitet wird.
Stundenweise Abrechnung: Wer nach Stunden abrechnet, erhält im Juli mit 23 Arbeitstagen bei gleicher Stundenzahl pro Tag mehr als im Mai mit nur 19 Arbeitstagen.
Teilmonatsentgelt: Wer mitten im Monat eintritt oder austritt, erhält anteiliges Gehalt. Dabei ist die Frage, ob nach Kalendermonatstagen oder nach tatsächlichen Arbeitstagen abgerechnet wird, vertraglich oder betrieblich geregelt.
Kurzarbeit und Ausfallzeiten: Bei Kurzarbeitergeld berechnet die Bundesagentur für Arbeit die Leistung auf Basis von Soll- und Ist-Arbeitstagen. Hier ist eine präzise Tageszählung unerlässlich.
Werktage versus Arbeitstage: Ein wichtiger Unterschied
Im deutschen Recht wird zwischen Werktagen und Arbeitstagen unterschieden. Werktage sind alle Tage außer Sonntagen und gesetzlichen Feiertagen, also auch Samstage. Arbeitstage sind die Tage, an denen im Betrieb tatsächlich gearbeitet wird, meist Montag bis Freitag.
Diese Unterscheidung ist bei Fristen wichtig. Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) spricht in vielen Fristen von “Werktagen”, womit Samstage eingeschlossen sind. Wer also eine dreitägige Werktag-Frist hat, die an einem Freitag beginnt, muss beachten, dass Samstag als Werktag zählt.
Wie berechnet man Arbeitstage korrekt?
Für eine korrekte Berechnung gehen Sie so vor:
- Zählen Sie alle Tage im gewünschten Zeitraum.
- Ziehen Sie alle Samstage und Sonntage ab.
- Ziehen Sie die gesetzlichen Feiertage des jeweiligen Bundeslandes ab, die auf Werktage fallen.
Feiertage, die auf einen Samstag oder Sonntag fallen, ändern die Anzahl der Arbeitstage nicht, da diese Tage ohnehin arbeitsfrei sind.
Der Rechner auf dieser Seite gibt die Gesamtanzahl der Tage zwischen zwei Daten aus. Für die genaue Arbeitstagsberechnung sollten Sie zusätzlich den Feiertagskalender Ihres Bundeslandes hinzuziehen.
Jahresarbeitstage und ihre Bedeutung
Ein volles Arbeitsjahr hat typischerweise zwischen 250 und 253 Arbeitstage, abhängig von Schaltjahr, Feiertagslage und Bundesland. In Bayern kann die Zahl durch zusätzliche Feiertage auf 241 bis 244 sinken.
Diese Jahresarbeitstage sind Grundlage für viele Berechnungen:
Jahresgehalt in Stundenlohn umrechnen: Jahresgehalt dividiert durch Jahresarbeitstage ergibt den Tagessatz, dividiert durch die tägliche Arbeitszeit den Stundensatz.
Resturlaub berechnen: Wer im Oktober in einem Unternehmen eintritt, erwirbt einen anteiligen Urlaubsanspruch. Wie viel Jahresurlaub prozentual auf die restlichen Monate entfällt, hängt von der Verteilung der Arbeitstage ab.
Produktionsplanung: Fertigungsunternehmen planen Kapazitäten auf Basis von Arbeitstagen pro Quartal oder Halbjahr.
Sonderfälle: Brückentage im Betrieb
Manche Unternehmen gewähren Betriebsurlaub an Brückentagen, etwa zwischen Weihnachten und Neujahr. Diese Tage werden oft vom Jahresurlaub abgezogen. Wer also vier Tage Betriebsurlaub in der Weihnachtswoche hat, dem werden vier Urlaubstage von seinem Jahresurlaubsanspruch abgezogen.
Ob und wann Betriebsurlaub angeordnet werden darf, hängt vom Arbeitsvertrag und betrieblichen Regelungen ab. Ein einseitiges Festlegen durch den Arbeitgeber ist nur in engen Grenzen möglich.
Fazit
Die Anzahl der Arbeitstage pro Monat ist keine feste Größe, sondern variiert je nach Lage der Wochentage, Schaltjahr und Bundesland erheblich. Für korrekte Lohnabrechnungen, Fristen und Projektplanungen lohnt es sich, die genaue Arbeitstageanzahl des jeweiligen Monats zu kennen. Eine schnelle Datumsdifferenzberechnung ist dabei ein hilfreicher Ausgangspunkt.
Häufige Fragen
Wie viele Arbeitstage hat ein durchschnittlicher Monat?
Ein Monat hat durchschnittlich etwa 21,7 Arbeitstage bei einer 5-Tage-Woche. Der genaue Wert schwankt zwischen 19 und 23 Tagen, abhängig von Wochentag des Monatsanfangs, Feiertagen und Schaltjahren.
Wie berechne ich den Stundenlohn aus dem Monatslohn?
Monatslohn dividiert durch die Anzahl der Arbeitstage im Monat ergibt den Tageslohn. Tageslohn geteilt durch die tägliche Arbeitszeit ergibt den Stundenlohn. Beispiel: 3.000 Euro durch 21 Arbeitstage ergibt etwa 142,86 Euro pro Tag.
Quellen
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Arbeitszeitgesetz
- Lohnsteuer-Hilfeverein: Abrechnung von Teilmonaten
Über die Autorenschaft
Jan-Tristan Rudat
Redakteur datums-differenz-rechner.de
Themengebiet: Generationen, Kulturgeschichte, Sternzeichen, Pop-Phänomene rund ums Alter
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