Werktage

Feiertage und Brückentage: Was Bundesländer unterscheidet

Nicht alle Deutschen haben dieselben Feiertage. Welche gesetzlichen Feiertage gelten bundesweit, welche nur in bestimmten Bundesländern, und wie nutzen Sie Brückentage optimal für lange Wochenenden?

Lesezeit 7 Min. Aktualisiert 24.05.2026 2 Quellen Jan-Tristan Rudat Jan-Tristan Rudat
Inhalt

Deutschland ist föderalistisch aufgebaut, und das spiegelt sich direkt in der Feiertagsregelung wider. Wer von Hamburg nach München zieht, bemerkt rasch: Der Kalender ist nicht mehr derselbe. Welche Feiertage bundesweit gelten, welche nur regional und wie Sie Brückentage geschickt für lange Wochenenden nutzen, erklärt dieser Ratgeber.

Bundesweite und regionale Feiertage im Überblick

Deutschland kennt 9 bundeseinheitliche gesetzliche Feiertage, die in allen 16 Bundesländern gelten:

  • Neujahr (1. Januar)
  • Karfreitag
  • Ostermontag
  • Tag der Arbeit (1. Mai)
  • Christi Himmelfahrt
  • Pfingstmontag
  • Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober)
  • Erster Weihnachtstag (25. Dezember)
  • Zweiter Weihnachtstag (26. Dezember)

Darüber hinaus haben die Bundesländer eigene Feiertage eingeführt, die unterschiedlich stark von religiösen Traditionen geprägt sind. Fronleichnam wird in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland gefeiert. Mariä Himmelfahrt gilt nur in Teilen Bayerns. Der Reformationstag ist in Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen ein gesetzlicher Feiertag. Allerheiligen wiederum ist auf Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland beschränkt.

Bayern gegen Berlin: ein direkter Vergleich

Der Unterschied zwischen dem feiertagsreichsten und einem der feiertagsärmsten Bundesländer ist erheblich. Bayern kann auf bis zu 13 gesetzliche Feiertage im Jahr kommen, Berlin auf 9 bis 10. Das ergibt für Beschäftigte in Bayern rein rechnerisch bis zu 3 zusätzliche arbeitsfreie Tage gegenüber Kollegen in Berlin, ohne dass ein Urlaubstag eingesetzt werden müsste.

Für Unternehmen mit Standorten in mehreren Bundesländern bedeutet das eine komplexe Planung. Ein Mitarbeiter in München hat an Mariä Himmelfahrt frei, sein Kollege in Berlin arbeitet. Solche Unterschiede müssen bei der Teamplanung, bei Projektlaufzeiten und bei der Berechnung von Lieferzeiten berücksichtigt werden.

Brückentage strategisch nutzen

Ein Brückentag ist ein einzelner Werktag, der zwischen einem Feiertag und einem Wochenende liegt. Wer diesen Tag Urlaub nimmt, verlängert das freie Wochenende ohne großen Aufwand erheblich.

Das bekannteste Beispiel sind die Tage rund um Christi Himmelfahrt. Der Feiertag fällt immer auf einen Donnerstag. Wer den Freitag danach als Urlaub einträgt, hat ein langes Wochenende von Donnerstag bis Sonntag, also vier freie Tage für einen einzigen Urlaubstag.

Ähnliches gilt für Neujahr: Wenn der 1. Januar auf einen Dienstag fällt, ist der Montag davor als Brückentag zwischen Silvester-Wochenende und Neujahr besonders attraktiv.

Feiertage und Arbeitszeitrecht

Gesetzliche Feiertage sind keine Urlaubstage. Der Anspruch auf Vergütung an gesetzlichen Feiertagen regelt sich nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz. Arbeitnehmer, die an einem Feiertag nicht arbeiten, haben Anspruch auf ihr reguläres Entgelt, sofern der Feiertag auf einen Werktag fällt.

Fällt ein Feiertag auf einen Samstag oder Sonntag, wirkt er sich auf die Arbeitnehmerpflichten nicht aus: Der Arbeitnehmer hätte an diesem Tag ohnehin nicht gearbeitet, und ein Ausgleich ist gesetzlich nicht vorgesehen (Ausnahmen können tarifvertraglich geregelt sein).

Feiertage bei der Berechnung von Datumsdifferenzen

Wenn Sie eine Datumsdifferenz berechnen und dabei nur Werktage zählen möchten, spielen Feiertage eine wichtige Rolle. Ein Zeitraum von 10 Werktagen kann je nach Bundesland und Zeitpunkt im Jahr zwischen 14 und 16 Kalendertagen umfassen.

Der Rechner kann die reine Differenz in Tagen ausgeben. Für eine präzise Werktageberechnung unter Berücksichtigung regionaler Feiertage sollten Sie zusätzlich die landesspezifischen Feiertagskalender prüfen.

Bewegliche Feiertage: Ostern als Grundlage

Viele gesetzliche Feiertage hängen direkt von Ostern ab. Das Osterdatum schwankt jedes Jahr erheblich, was die Lage von Karfreitag, Ostermontag, Christi Himmelfahrt und Pfingstmontag verschiebt.

Christi Himmelfahrt liegt immer 39 Tage nach Ostersonntag, Pfingstmontag immer 50 Tage danach. Bei einem frühen Osterdatum (Ende März) fallen diese Feiertage noch in den April und Mai. Bei einem späten Osterdatum (Ende April) verschieben sie sich in den Mai und Juni.

Für die Urlaubsplanung bedeutet das: Die günstigsten Brückentagskonstellationen wechseln von Jahr zu Jahr. Wer längere freie Zeiträume plant, sollte die Feiertagslage frühzeitig prüfen.

Praktische Tipps für Arbeitnehmer

Erstellen Sie zu Jahresbeginn eine Übersicht der Feiertage in Ihrem Bundesland. Kennzeichnen Sie darin Brückentagsmöglichkeiten und beantragen Sie Urlaub frühzeitig. Gerade um Christi Himmelfahrt und Pfingsten sind die begehrten Brückentage oft schnell vergeben.

Wer in einem Bundesland mit wenig Feiertagen arbeitet, aber in einem feiertagsreichen Bundesland lebt, hat keinen automatischen Anspruch auf zusätzliche freie Tage. Entscheidend ist der Arbeitsort, nicht der Wohnort.

Fazit

Die Feiertagslandschaft in Deutschland ist vielschichtig und regional sehr unterschiedlich. Bayern genießt deutlich mehr freie Tage als Berlin, und wer Brückentage geschickt nutzt, kann seinen Urlaubsvorrat erheblich strecken. Bei der Berechnung von Lieferzeiten, Projektlaufzeiten oder Urlaubstagen lohnt es sich, den regionalen Feiertagskalender zu kennen und in die Planung einzubeziehen.

Häufige Fragen

Welche Bundesländer haben die meisten gesetzlichen Feiertage?

Bayern hat mit bis zu 13 gesetzlichen Feiertagen pro Jahr die meisten in Deutschland. Sachsen und Baden-Württemberg folgen mit jeweils rund 12. Der Norden (Hamburg, Berlin, Bremen) liegt mit 9 bis 10 Feiertagen deutlich darunter.

Was ist ein Brückentag?

Ein Brückentag ist ein Werktag zwischen einem Feiertag und einem Wochenende. Wer diesen einzelnen Tag Urlaub nimmt, gewinnt daraus ein verlängertes Wochenende von vier oder mehr freien Tagen.

Quellen

Jan-Tristan Rudat

Über die Autorenschaft

Jan-Tristan Rudat

Redakteur datums-differenz-rechner.de

Themengebiet: Generationen, Kulturgeschichte, Sternzeichen, Pop-Phänomene rund ums Alter

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