Grundlagen

Tage addieren und subtrahieren: Datum plus X Tage berechnen

Wie berechnen Sie, welches Datum in 30, 60 oder 90 Tagen ist? Und welches Datum war vor 100 Tagen? Dieser Ratgeber erklärt die Grundlagen der Datumsarithmetik und zeigt typische Anwendungsfälle für das Addieren und Subtrahieren von Tagen.

Lesezeit 6 Min. Aktualisiert 28.05.2026 2 Quellen Jan-Tristan Rudat Jan-Tristan Rudat
Inhalt

Das Addieren und Subtrahieren von Tagen zu einem Datum ist eine alltägliche Aufgabe, die überraschend viele Fallstricke enthält. Monatsgrenzen, unterschiedliche Monatslängen und Schaltjahre machen die manuelle Berechnung fehleranfällig. Dieser Ratgeber erklärt die Grundprinzipien und zeigt typische Anwendungsfälle.

Das Grundprinzip der Datumsaddition

Wenn Sie zu einem Datum eine bestimmte Anzahl von Tagen addieren, müssen Sie Monatsgrenzen korrekt überqueren. Das klingt trivial, wird aber schnell komplex:

Ausgangsdatum: 15. Januar 2026 Plus 30 Tage: 14. Februar 2026

Das ist korrekt: Januar hat 31 Tage, also bleiben nach dem 15. Januar noch 16 Tage im Januar (bis zum 31. Januar). Die verbleibenden 14 Tage fallen in den Februar.

Wäre das Ausgangsdatum der 15. Januar und die Frist 45 Tage, sähe die Rechnung so aus: 16 Tage bis Ende Januar, 28 Tage im Februar (Normaljahr) ergibt 44 verbrauchte Tage bis Ende Februar. Der eine verbleibende Tag ergibt den 1. März als Ergebnis.

Häufige Fehler bei der manuellen Berechnung

Der häufigste Fehler: zu einfach denken. “30 Tage nach dem 1. ist der 31.” funktioniert nur, wenn der Monat mindestens 31 Tage hat und kein Monatsende überquert wird.

Weitere Fehlerquellen:

Monatslängen vergessen: Februar hat 28 oder 29 Tage, nicht 30. Wer vom 10. Februar 20 Tage addiert und dabei mit 30 Tagen für den Februar rechnet, landet am 30. Februar, einem Datum das nicht existiert.

Schaltjahre ignorieren: 2024 war ein Schaltjahr, 2025 nicht. Wer im Februar 2025 mit 29 Tagen rechnet, liegt falsch.

Inklusive oder exklusive Startdatum: Bei Fristen im Recht gilt oft der Tag nach dem fristauslösenden Ereignis als erster Tag (Paragraf 187 BGB). Wer also eine Frist “ab dem 1. März” berechnet, beginnt die Zählung am 2. März.

Zahlungsfristen berechnen

Das bekannteste Alltagsbeispiel für Datumsaddition sind Zahlungsfristen auf Rechnungen. Das Zahlungsziel “30 Tage netto” bedeutet, dass die Rechnung 30 Tage nach Rechnungsdatum bezahlt sein muss.

Rechnungsdatum 10. März 2026 mit 30 Tagen Zahlungsziel: März hat 31 Tage, also verbleiben nach dem 10. März noch 21 Tage im März. Die restlichen 9 Tage fallen in den April. Ergebnis: Zahlungsfrist ist der 9. April 2026.

Manche Branchen verwenden auch das Zahlungsziel “zum 15. des Folgemonats” oder “zum Monatsende”. Diese Formulierungen sind eindeutiger als reine Tageszahlen, weil sie auf feste Monatsdaten verweisen.

Fristen im Rechtswesen

Im deutschen Recht spielen Fristen nach Tagen eine wichtige Rolle. Das BGB regelt in den Paragraphen 187 und 188, wie Fristen zu berechnen sind.

Grundregel (Paragraf 187 BGB): Ist für den Anfang einer Frist ein Ereignis maßgebend, so wird bei der Berechnung der Frist der Tag, an dem das Ereignis eintritt, nicht mitgerechnet. Die Frist beginnt am nächsten Tag.

Fristende (Paragraf 188 BGB): Eine nach Tagen bestimmte Frist endet mit dem Ablauf des letzten Tages der Frist.

Praktisches Beispiel: Ein Bescheid wird am 1. März zugestellt. Die Widerspruchsfrist beträgt 30 Tage. Die Zählung beginnt am 2. März (Tag 1), die Frist endet am 31. März (Tag 30) mit Ablauf des Tages.

Fällt der letzte Tag einer Frist auf einen Sonntag, gesetzlichen Feiertag oder Samstag, so endet die Frist am nächsten Werktag (Paragraf 193 BGB). Diese Regelung verhindert, dass Fristen an arbeitsfreien Tagen ablaufen.

Datum minus X Tage: Rückwärtsrechnung

Genau wie man Tage addieren kann, lässt sich auch rückwärts rechnen. Das ist nützlich für Fragen wie: “Wann muss ich spätestens beginnen, um bis zum Stichtag fertig zu sein?”

Oder für historische Berechnungen: “Vor genau 100 Tagen war der …” Diese Rückwärtsrechnung folgt denselben Regeln wie die Addition, nur in umgekehrter Richtung.

Rückwärtsrechnung, Beispiel: Heute ist der 15. Juni 2026. Welches Datum war vor 90 Tagen? 90 Tage zurück: Juni hat 15 Tage bis heute, also 15 Tage im Juni. Dann 31 Tage für Mai (bleiben 44 Tage übrig). Dann 30 Tage für April (bleiben 14 Tage übrig). 31 minus 14 ergibt den 17. März. Ergebnis: 17. März 2026.

Solche Rechnungen sind fehleranfällig. Der Rechner macht diese Berechnung in einem Schritt.

Kumulative Datumsaddition

Manche Anwendungen erfordern mehrfache Datumsaddition hintereinander. Zum Beispiel bei Ratenverträgen: Erste Rate am 1. März, dann alle 30 Tage eine weitere. Die Fälligkeitsdaten ergeben sich durch wiederholte Addition.

Dabei entsteht schnell ein Versatz, der sich über Monate aufaddiert. Eine Rate “alle 30 Tage” liegt nach sechs Monaten bereits eine bis zwei Wochen vor oder nach dem Monatsanfang.

Für wiederkehrende Zahlungen wird in der Praxis daher oft auf Monatsanfang oder Monatsletzter normiert, anstatt feste Tagesabstände zu verwenden. “Immer am 1. eines Monats” ist klarer als “alle 30 Tage”.

Anwendungsfälle im Überblick

Typische Situationen, in denen Sie Tage zu einem Datum addieren oder subtrahieren müssen:

Rechnungsfristen prüfen, ob eine Zahlung noch innerhalb der Frist liegt. Garantie- und Gewährleistungsfristen berechnen. Liefertermine planen und rückwärts den spätesten Produktionsbeginn ermitteln. Mietverträge prüfen, ob die Kündigungsfrist eingehalten wurde. Arzttermine und Medikamentenpläne mit genauen Tagesabständen verwalten. Passport- und Visaablaufdaten kontrollieren: Viele Länder fordern ein Mindestgültigkeitsdatum von 3 oder 6 Monaten nach Einreise.

Fazit

Das Addieren und Subtrahieren von Tagen zu einem Datum klingt nach Grundschulmathematik, enthält aber echte Tücken. Unterschiedliche Monatslängen, Schaltjahre und rechtliche Fristenregeln machen die manuelle Berechnung fehleranfällig. Der Rechner auf dieser Seite ermittelt das genaue Ergebnis sofort und korrekt, ohne dass Sie Monatslängen auswendig kennen müssen.

Häufige Fragen

Welches Datum ist in 90 Tagen?

Das hängt vom Ausgangsdatum ab. Ausgehend vom 1. Januar 2026 ergibt sich der 1. April 2026 als Datum in 90 Tagen (kein Schaltjahr, Januar=31, Februar=28, März=31 Tage). Der Rechner ermittelt das genaue Datum sofort.

Wie berechne ich Zahlungsfristen wie 30 Tage netto?

Sie addieren 30 Tage zum Rechnungsdatum. Liegt das Rechnungsdatum am 5. März, dann ist die Zahlungsfrist der 4. April. Beachten Sie: Bei Monatsenden wie dem 31. kann es zu Monatsgrenzen-Überläufen kommen.

Quellen

Jan-Tristan Rudat

Über die Autorenschaft

Jan-Tristan Rudat

Redakteur datums-differenz-rechner.de

Themengebiet: Generationen, Kulturgeschichte, Sternzeichen, Pop-Phänomene rund ums Alter

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