Recht

Widerrufsfrist 14 Tage: So berechnen Sie Ihre Frist korrekt

Alles zur 14-tägigen Widerrufsfrist im Onlinehandel: Wann beginnt die Frist, was zählt als Kalendertag, und was passiert wenn der Händler keine Belehrung erteilt.

Lesezeit 5 Min. Aktualisiert 26.05.2026 1 Quellen Jan-Tristan Rudat Jan-Tristan Rudat
Inhalt

Das Widerrufsrecht im Onlinehandel

Wer im Internet bestellt, hat in der Europäischen Union das Recht, den Kauf innerhalb von 14 Tagen zu widerrufen, ohne einen Grund angeben zu müssen. Dieses Recht ist im Bürgerlichen Gesetzbuch verankert und gilt für nahezu alle Fernabsatzverträge zwischen Verbrauchern und Unternehmern.

Das klingt einfach, in der Praxis ergeben sich jedoch häufig Fragen: Wann beginnt die Frist genau? Wie werden die 14 Tage gezählt? Und was gilt, wenn der letzte Tag auf einen Sonntag fällt?

Fristbeginn: Wann die 14 Tage starten

Die Widerrufsfrist beginnt nicht mit der Bestellung, sondern erst dann, wenn zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind:

Erste Bedingung: Die Ware wurde tatsächlich geliefert und vom Käufer oder einer von ihm benannten Person in Empfang genommen.

Zweite Bedingung: Der Händler hat eine vollständige und korrekte Widerrufsbelehrung erteilt. Diese muss dem Verbraucher in Textform zugegangen sein, also per E-Mail, auf einer Bestätigungsseite nach dem Kauf oder in der Bestellbestätigung.

Fehlt eine dieser Bedingungen, beginnt die Frist nicht zu laufen.

Wie die 14 Tage berechnet werden

Die 14 Tage sind Kalendertage, also inklusive Wochenenden und Feiertagen. Dabei wird der Tag der Warenübergabe nicht mitgezählt. Die Frist beginnt am Tag nach der Lieferung.

Beispiel: Paket geliefert am Dienstag, 3. Juni. Fristbeginn ist der Mittwoch, 4. Juni. Die Frist endet am Dienstag, 17. Juni, um Mitternacht.

Fällt der letzte Tag der Frist auf einen Sonntag oder einen bundesweit geltenden Feiertag, verschiebt sich das Fristende auf den nächsten Werktag. Das ist in § 193 BGB geregelt und gilt zugunsten des Verbrauchers.

Widerruf rechtzeitig erklären

Für die Wahrung der Frist kommt es auf den Absendezeitpunkt an, nicht auf den Empfang durch den Händler. Ein Widerruf, der am letzten Tag der Frist per E-Mail verschickt wird, ist rechtzeitig, auch wenn die E-Mail erst am nächsten Werktag beim Händler eingeht.

Die Erklärung des Widerrufs muss eindeutig sein. Ein Muster-Widerrufsformular wird von den meisten Händlern bereitgestellt, ist aber nicht vorgeschrieben. Ein einfacher Satz wie “Ich widerrufe hiermit meinen Kauf vom [Datum]” reicht aus.

Der Rechner auf dieser Seite hilft dabei, den exakten letzten Tag der Widerrufsfrist zu bestimmen. Einfach das Lieferdatum als Startdatum und 14 Tage addieren, um das Fristende zu berechnen.

Ausnahmen vom Widerrufsrecht

Das Widerrufsrecht gilt nicht für alle Waren und Dienstleistungen. Wichtige Ausnahmen sind:

Individuell angefertigte Waren: Produkte, die nach persönlichen Kundenvorgaben hergestellt wurden, können nicht zurückgegeben werden, da sie für andere Käufer nicht verwendbar sind.

Verderbliche Waren: Lebensmittel und ähnliche Produkte sind vom Widerruf ausgenommen.

Versiegelte Waren mit Hygieneaspekt: Kosmetik, Unterwäsche oder Pflegeprodukte, bei denen die Versiegelung nach Lieferung entfernt wurde, können nicht zurückgegeben werden.

Digitale Inhalte: Software, Musik oder Videos, die sofort heruntergeladen wurden, unterliegen unter bestimmten Bedingungen keinem Widerrufsrecht, wenn der Verbraucher vor dem Download ausdrücklich zugestimmt hat.

Was nach dem Widerruf passiert

Nach einem wirksamen Widerruf müssen beide Seiten die erhaltenen Leistungen zurückgeben. Der Käufer schickt die Ware zurück, der Händler erstattet den Kaufpreis einschließlich der Versandkosten für die Lieferung. Die Rücksendekosten trägt grundsätzlich der Käufer, sofern der Händler dies vorab in der Widerrufsbelehrung angekündigt hat.

Die Rückerstattung muss spätestens 14 Tage nach Eingang des Widerrufs erfolgen. Der Händler darf die Erstattung jedoch zurückhalten, bis er die Ware zurückerhalten hat oder der Käufer einen Nachweis über die Rücksendung erbracht hat.

Verlängerte Frist bei fehlender Belehrung

Wenn ein Händler vergisst, die Widerrufsbelehrung zu erteilen, oder eine unvollständige Belehrung liefert, endet die Widerrufsfrist nicht nach 14 Tagen. In diesem Fall läuft die Frist erst zwölf Monate und 14 Tage nach dem eigentlichen Fristbeginn ab. Das ist ein erhebliches Risiko für Händler und ein wichtiger Schutz für Verbraucher.

Fazit

Die 14-tägige Widerrufsfrist ist eine Verbraucherschutzregel mit klaren gesetzlichen Vorgaben. Fristbeginn nach Erhalt der Ware und vollständiger Belehrung, Zählung in Kalendertagen, Verschiebung bei Sonn- und Feiertagen. Wer diese Regeln kennt, kann sein Widerrufsrecht sicher und fristgerecht ausüben.

Häufige Fragen

Beginnt die Widerrufsfrist ab Bestellung oder ab Lieferung?

Die 14-tägige Widerrufsfrist beginnt erst, wenn die Ware beim Käufer eingegangen ist und der Händler eine vollständige Widerrufsbelehrung erteilt hat. Die Bestellung allein startet die Frist nicht.

Was passiert, wenn der Händler keine Widerrufsbelehrung erteilt hat?

Fehlt die Widerrufsbelehrung vollständig, verlängert sich die Widerrufsfrist auf zwölf Monate und 14 Tage. Der Händler hat in diesem Fall keine rechtliche Handhabe, den Widerruf abzulehnen.

Quellen

  • Bundesministerium der Justiz, BGB § 355 Widerrufsrecht bei Verbraucherverträgen
Jan-Tristan Rudat

Über die Autorenschaft

Jan-Tristan Rudat

Redakteur datums-differenz-rechner.de

Themengebiet: Generationen, Kulturgeschichte, Sternzeichen, Pop-Phänomene rund ums Alter

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