Recht

Zahlungsziel und Fälligkeit: Rechnungsfristen richtig berechnen

Was Zahlungsziel, Fälligkeitsdatum und Skonto bedeuten, wie Rechnungsfristen korrekt berechnet werden und welche gesetzlichen Regelungen gelten.

Lesezeit 5 Min. Aktualisiert 27.05.2026 1 Quellen Mateusz Viola Mateusz Viola
Inhalt

Was ist ein Zahlungsziel?

Das Zahlungsziel ist die vereinbarte Frist, innerhalb derer eine Rechnung beglichen werden muss. Es ist eine der häufigsten Angaben auf Geschäftsrechnungen und bestimmt, wann der Rechnungsbetrag auf dem Konto des Gläubigers eingehen muss.

Typische Formulierungen sind “zahlbar innerhalb von 14 Tagen”, “30 Tage netto” oder “fällig am [Datum]”. Jede dieser Formulierungen hat rechtliche Konsequenzen, die sich auf Verzugszinsen und Mahnverfahren auswirken.

Zahlungsziel in Tagen berechnen

Das Zahlungsziel wird in Kalendertagen gerechnet, sofern nichts anderes vereinbart ist. Wer eine Rechnung mit dem Datum 1. Mai und einem Zahlungsziel von 30 Tagen erhält, muss bis zum 31. Mai zahlen.

Dabei zählt der Tag der Rechnungsstellung in der Regel nicht mit. Die Frist beginnt am Folgetag. Dieses Prinzip ist im BGB in § 187 Absatz 1 geregelt: “Ist für den Anfang einer Frist ein Ereignis oder ein in den Lauf eines Tages fallender Zeitpunkt maßgebend, so wird bei der Berechnung der Frist der Tag nicht mitgerechnet, in welchen das Ereignis oder der Zeitpunkt fällt.”

Der Rechner auf dieser Seite kann dabei helfen, das genaue Fälligkeitsdatum zu ermitteln. Startdatum ist das Rechnungsdatum, die Anzahl der Tage entspricht dem Zahlungsziel.

Skonto: Frühzahlerrabatt mit eigener Frist

Skonto ist ein Preisnachlass, den der Rechnungssteller gewährt, wenn der Käufer besonders früh zahlt. Eine typische Formulierung lautet: “2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, 30 Tage netto.”

Das bedeutet: Wer innerhalb von 10 Tagen zahlt, darf zwei Prozent vom Rechnungsbetrag abziehen. Wer später zahlt, muss den vollen Betrag entrichten, hat aber noch bis zum 30. Tag Zeit.

Rechenbeispiel: Rechnungsdatum 5. Mai, Betrag 1.000 Euro.

Skontofrist: 10 Tage, also bis zum 15. Mai. Skontobetrag: 20 Euro. Zu zahlen bei Skonto: 980 Euro.

Nettofälligkeit: 30 Tage, also bis zum 4. Juni. Zu zahlen ohne Skonto: 1.000 Euro.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist Skonto oft attraktiver als er auf den ersten Blick erscheint. Zwei Prozent Rabatt für 20 Tage frühere Zahlung entsprechen auf das Jahr gerechnet einem Zinssatz von etwa 36 Prozent. Wer Liquidität hat, zahlt fast immer günstig mit Skonto.

Gesetzliche Regelungen bei fehlendem Zahlungsziel

Wenn eine Rechnung kein Zahlungsziel enthält, gilt die gesetzliche Regelung des BGB. Danach ist eine Forderung sofort fällig, sobald sie gestellt wird. Für Verbraucher gilt jedoch, dass sie erst 30 Tage nach Zugang der Rechnung und Fälligkeit in Verzug geraten, wenn sie nicht vorher gemahnt wurden.

Im Geschäftsverkehr zwischen Unternehmen gelten strengere Regeln. Gemäß dem Gesetz zur Bekämpfung des Zahlungsverzugs im Geschäftsverkehr darf das Zahlungsziel höchstens 60 Tage betragen, sofern nichts anderes ausdrücklich vereinbart wurde.

Verzug und seine Folgen

Verzug tritt ein, wenn der Schuldner nach Fälligkeit und Mahnung nicht zahlt. Bei bestimmten Fristvereinbarungen reicht allein der Ablauf der Frist, ohne dass eine Mahnung nötig ist. Das nennt man “Verzug durch Kalendertermin” oder “Fixschuld”.

Folgen des Verzugs:

Verzugszinsen laufen automatisch. Bei Verbrauchern beträgt der gesetzliche Verzugszins aktuell fünf Prozentpunkte über dem Basiszinssatz, bei Unternehmen neun Prozentpunkte über dem Basiszinssatz.

Mahnkosten können pauschal geltend gemacht werden, sofern sie tatsächlich entstanden sind.

Bei fortgesetztem Zahlungsausfall kann der Gläubiger ein gerichtliches Mahnverfahren einleiten.

Rechnungsfristen im Handwerk und Baugewerbe

Im Handwerk gelten besondere Regelungen. Nach der Fertigstellung einer Leistung muss der Auftragnehmer eine prüffähige Rechnung stellen. Der Auftraggeber hat dann das Recht, die Rechnung zu prüfen. Wird nichts anderes vereinbart, ist die Zahlung 30 Tage nach Zugang der Rechnung fällig.

Bei Abschlagsrechnungen, wie sie im Baubereich üblich sind, gelten kürzere Fristen. Die VOB/B sieht vor, dass Abschlagsrechnungen innerhalb von 21 Tagen beglichen werden müssen.

Praktische Tipps für die Buchhaltung

Klare Zahlungsziele auf Rechnungen angeben und das Fälligkeitsdatum explizit nennen. Skonto-Angebote so formulieren, dass die Skontofrist und der Nettobetrag eindeutig erkennbar sind. Offene Posten regelmäßig überwachen und nach Fristablauf zeitnah mahnen. Für größere Forderungen einen Vorbehalt der Eigentumsrechte vereinbaren, bis die Zahlung eingegangen ist.

Fazit

Zahlungsziele und Fälligkeitsdaten sind zentrale Elemente des Rechnungswesens. Wer die gesetzlichen Grundlagen kennt und Fristen korrekt berechnet, vermeidet Verzugszinsen, Mahnkosten und Liquiditätsprobleme. Ein einfacher Datumsrechner reicht aus, um das Fälligkeitsdatum schnell und korrekt zu ermitteln.

Häufige Fragen

Wann beginnt das Zahlungsziel zu laufen?

Das Zahlungsziel beginnt in der Regel ab dem Rechnungsdatum. Wenn die Rechnung jedoch erst nach der Lieferung ausgestellt wird, kann das Zahlungsziel auch ab Lieferdatum oder ab Rechnungserhalt beginnen, je nach vertraglicher Vereinbarung.

Was passiert, wenn das Zahlungsziel auf einen Sonntag fällt?

Fällt der letzte Tag des Zahlungsziels auf einen Sonntag oder Feiertag, verlängert sich die Frist gemäß § 193 BGB auf den nächsten Werktag. Der Zahlende gerät also nicht in Verzug, wenn er am Montag zahlt.

Quellen

  • Bundesministerium der Justiz, BGB § 286 Verzug des Schuldners und § 288 Verzugszinsen
Mateusz Viola

Über die Autorenschaft

Mateusz Viola

Betreiber und redaktionelle Verantwortung datums-differenz-rechner.de

Themengebiet: Mathematik, Kalenderrechnung, Schaltjahre, Statistik und ISO 8601

Mehr über Mateusz Viola →

Verwandte Artikel

Datums-Differenz Rechner nutzen

Sofort im Browser, ohne Anmeldung.

Zum Rechner